von Viktoria Balon (Kommentare: 0)

inz N19 kommt am 9. September

Auf Achse

»Gerade diejenigen, die so gerne mit Wohnwagen in den Urlaub fahren, können oft die Wagenburgler nicht leiden. Doch woanders wollen sie diesen Lebensstil ausprobieren und bauen auf Campingplätzen ihre Wagenburgen«, sagt eine Freundin, die selbst viel Erfahrung mit anderen Lebensentwürfen hat.


»›Lustig ist das Zigeunerleben‹, so lautet ein Volkslied«, sagt ironisch mein Sinto-Interviewpartner: »Wenn wir aber mal am Waldrand stehen, wird gleich die Polizei oder die Feuerwehr gerufen. Früher hat man in Deutschland vom ›Fahrtrieb‹ bestimmter Völker gesprochen. Wieso spricht niemand von ›Sesshaftigkeitstrieb‹? «, scherzt er.


Kein fester Wohnsitz als Ort der Identität – vielen erscheint dies seit dem Mittelalter unverständlich und gefährlich. Doch auch die Vorurteile wandeln sich. Musiker, Schausteller und Artisten waren und sind Reisende; früher waren sie Vertreter unehrlicher Berufe.

Später wurden unkonventionelle mittellose Künstler verachtend als Bohème beschimpft. Das Wort kommt von der französischen Bezeichnung für die Roma aus Böhmen. Erst später bekamen die Bezeichnung und auch das Milieu allmählich ihr trendiges Image bis zur digitalen Bohème. Heute liegt ein neuer Typus von Reisenden im Trend: Nicht Immigranten oder Auswanderer sondern Moover oder Roamer.

Die neue Inzeitung mit dem Schwerpunktthema


Sie sind immer unterwegs, reisen von Land zu Land, um persönliche oder berufliche Ziele zu realisieren. Ist ein Lebensstil auf Achse heute also besser anerkannt? Darüber erfahren Sie mehr in unserem Schwerpunkt. Kann man auf Achse leben ohne Abenteuer und Musik? Abenteuer kann man schon in der Ausländerbehörde erleben und Musik bei einer ungewöhnlichen Orchesterprobe im Portrait. Für neue Blickwinkel und frische Themen in dieser Nummer sorgen auch die AbsolventInnen unserer InZeitungs-Journalismus-Werkstatt.

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