von Stefan Wyszkowski (Kommentare: 0)

Tropical culture

Paraguay, ein Land der Sonne. Es gibt zwar Jahreszeiten, aber diese sind nicht so schwankend, wie wir es aus Europa kennen. Der Winther geht hier ca. 2Wochen lang +- bei 5-10 °C minimal Temperatur. Den rest des Jahres scheint die Sonne, im Sommer wird es bis zu 45 Grad oder heißer.

Die Menschen sind gut gelaunt und chaotisch, glücklich und sorgenfrei.

Asuncion ist eine verrückte Stadt. Die Innenstadt ist großteils Antik, wurde alles so um das 18 jhrdt. gebaut. Sehr grün, überall wachsen Palmen und eben der große Botanische Garten im Zentrum der Stadt mit ca 400 Hektar Grünfläche. Dennoch so dreckig, das man ihn nicht übersehen kann.

Die Stadt ist nicht hoch, Sie breitet sich auf eine große Fläche aus. Asuncion ist das Zentrum und die Hauptstadt, jedoch setzt sich die Größe von ihr von vielen anderen Barrios(Wohnvierteln) zusammen, welche direkt an Asuncion grenzen, die aber nicht mehr zu Asuncion dazugezählt werden.

Es gibt einige wenige Hochhäuser im Zentrum, die anderen Gebäude sind eher Retrohäuser mit Garten und Paläste, welche an die Baukunst der Römer erinnern. Es kommt auch schon vor, dass ein Palast dirket an der Straße, neben einem Bruchschuppen steht. Nicht vergleichbar mit Deutschland, wo es geteilte Wohnviertel mit unterschiedlichen Preisklassenschichten gibt.

All mixed up.

Die Paraguayer sind freundlich und kommunikativ. Sie sehen, dass ich ein extranjero ( kein Einheimischer) bin und sind interessiert woher ich komme und was ich mache.

Oft scheint es, dass Sie mürrisch sind, da viele einen kalten Gesichtsausdruck haben und dich als Ausländer angaffen, als seist du ein Hollywood-star. Ein bisschen merkwürdig und für manche kann es einschüchternd wirken. Aber sie mustern nur und mit einem Lächeln ist aller Grimm sofort vergangen und man bekommt ein Lächeln zurück.

Weil es hier so heiß ist, nehmen die Paraguayer alles ziemlich locker. Sie nehmen sich Zeit und lassen sich nicht hetzten. Mir wurde gesagt, dass man bei verabredungen schon mal längere Zeit warten kann(1h+), ist noch nicht der Fall gewesen.

Für Deutsche Pünktlichkeitsfanatiker unvereinbar. Doch ich nehme es mit gemütlichkeit. Ich beschäftige mich gut selber in der Zeit und bin geduldig geworden, denn durch deine schlechte Laune kommst du hier auch nicht schneller zum Ziel. Genauso werden sie dich nicht verstehen, warum du so großen Wert auf Zeit legst.

Der Begriff hierfür lautet Ahora Paraguaya, was so viel bedeutet, wie Ich bin da, wenn Ich gekommen bin, mit einer großer Zeitspanne.

Aber man kann sich gut darauf einstellen, da man selbst nicht hetzen braucht und eine Wartezeit einberechenen kann, sodass man sich nicht aufregen muss.

Die Paraguayer haben die Ruhe in sich, der Verkehr hier ist die Hölle und die Autos fahen wahnsinnig. Es gibt Schilder und Ampeln, welche aber eher als Plazebo positioniert wurden.

Die Straße hat hier seine eigenen Gesetze. Du fährst einfach, hupst oder setzt den Warnblinker ein und schon hast du das System verstanden. Die Fahrten über die Straßen fühlen sich an, als würdest du eine Offroad-Rally machen. Aber alle sind gelassen und lassen sich nicht aus dem Konzept bringen.

Die Kultur ist ein Fall für sich. Man muss mitleben um verstehen zu können.

Die Frauen werden mit 2 Küssen auf die Wangen begrüßt, wobei man sich nicht küsst.

Ihnen wird alles gezahlt, sie werden heim gebracht etc. Gentlelike. Die Männer sind typische Machos, die Eroberer; laute Musik, auffälliges Verhalten und Protzen, wos nur geht.

Andererseits, sind die Frauen hier sehr beschützt und lange unter der Aufsicht der Familie, so heißt es beim Rausgehen, wo gehst du hin, mit wem, was machst du und wann bist du zu Hause. Die Jungen scheinen größere Freiheit zu haben.

Der Umgang miteinander sehr frei und offen, aber dennoch konservativ geprägt.

Der Körperkontakt hat auch eine größere Stellung, als bei uns. Es ist üblich zu berühren und brührt zu werden und überlebenswichtig, wenn man mit einem Bus fahren will. Denn diese sind so überfüllt, das jeder jeden anrempelt. Ich selbst kann damit nicht allzugut umgehen, da ich gerne aussteigen will, wenn ich es muss und nicht erst einen Kampf durch eine Menschenmenge starten will.

Aber es ist ganz amüsant wenn man den Leuten dabei zusieht wie sie sich in einen überfüllten Bus quetschen.

Alle sind kommunitkativ und vernetzt. So ist es oft der Fall, dass alle vor ihrem Handy sitzen und per Whatsapp oder Facebook schreiben. Auch nicht mein Fall aber jeder benutzt hier Whatsapp, von jung bis alt.

Sie sind alle miteinander befreundet, wobei das bei uns eher als Bekanntschaft bezeichnet werden würde. Man verbringt zusammen Zeit, lacht oder geht Feiern. Probleme scheinen hier eine andere Stelling zu haben, entweder haben Sie weniger, oder Sie reden nicht darüber, bzw. Sie lösen sie stets für sich im Stillen.

Das typische Feierabendritual ist, mit dem Auto durch die Straßen zu fahren und laute Musik zu hören, Kumbia oder Reggaedub. Die Autoboxen übertönen auch schon oft Discoanlagen.

Übliche Konsumgüter, wie Pflegeprodukte oder Kleidung sind hier teuer. Essen und trinken kann man dafür billig. Für 2€ kriegt man ein Mittagsmenü.

Das Land ist sehr Arm, jeder macht alles um zu überleben. So sieht man viele Verkäufer auf den Straßen. In die Büsse kommen Sie auch ständig und verkaufen Schokolade, Chipas oder Wasser.

Ein echter Service, überall bekommt man das, was man beim Einkauf vergessen hat.

Dennoch scheinen Sie zufrieden zu sein und nicht allzu besorgt.

Chipa ist hier das Nationalgebäck schlecht hin. Sie sehen aus wie Beagels. Eine Weißkornmischung mit Mais, glaube ich und mit Käse gefüllt. Recht trocken aber lecker.

 

Ein weiteres übliches Gericht ist Spoa Paraguaya. Es ist ein Mais Käse auflauf. Verwirrend daran ist, dass es keine Suppe ist, sondern ein Teiggericht. Die Geschichte dazu ist, dass ein Mann seine Suppe zu lange hat kochen lassen und sie sich so verfestigt hat. So ist Sopa Paraguaya von der Suppe zu einem Auflauf mutiert und zum Nationalgericht geworden.

 

Empanadas sind auch ein Leibgericht der Paraguayer. Es sind frittierte Teigtaschen mit Fleisch gefüllt. Man kann sie schon mal probieren, jedoch sind diese so fettig, dass man nicht mehr als 2 davon essen kann.

Die Menschen sind arm aber zu dick um als arm bezeichnet werden zu können. Merkwürdig, wenn man bedenkt sie leben in einem Land das überfüllt mit frischen Früchten und Gemüse ist.

Ein Arzt kommt des öffteren in die Schule um einen EKG zu machen. Dabei erzählt er Kindern keinen Sport mehr zu betreiben, weil sie sonst sterben könnten. Über eine fehlernährung wird dabei nicht nachgedacht.

Die Läden haben 24/7 geöffnet, einen freien Sonntag gibt es hier nicht.

Einer der einzigen und wichtigen Feiertage ist der 1 Mai, der Tag der Arbeit. Er wird hier größer zelebriert, als in Europa und wirklich keiner arbeitet, außer Kiosk besitzer.

Die Sonne hat den größten Einfluss auf das Leben hier, würde ich behaupten. Sie scheint den ganzen Tag und lässt schlechte Laune einfach verblassen. So etwas wie Winterdepression kennt hier keiner.

Aber zugleich seltsam für mich, denn die Sonne scheint etwa bis 6, halb7 und danach ist es Dunkel, als sei es 10 Uhr Nachts in Deutschland.

Alles in allem eine schöne, interessante und lebensfrohe Kultur.

Wenn man kein Alles muss geordnet sein-Mensch und man felxibel ist, wirst du dich hier schnell zurechtfinden können.

Ich glaube das viele Menschen in unserer westlichen Welt von der Geduld profitieren könnten. Wenn du dass, was du machst mit Gedulg und Gemütlichkeit ausübst , bist du erstens konzentrierter und stehst nicht unter einem ungesunden Leistungsdruck.

Ich hoffe es kann euch einen kleinen Einblick geben in ein Leben, auf der anderen Seite der Welt.

Grüße aus Paraguay

 

 

 

 

 

 

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